Die Geisteswissenschaften sind die Reflexionszentren einer jeden Universität. Sie untersuchen die menschliche Kultur, den menschlichen Geist und seine Schöpfungen. Sie erforschen Sinnzusammenhänge, die in Wort und Schrift, in Bild und Inszenierung formuliert sind. Geisteswissenschaften bieten Orientierungswissen aus Vergangenheit und Gegenwart und stellen dieses reflektierend für die Zukunft bereit.
Im Fachbereich 05 - Philosophie und Philologie – sind die Disziplinen und Fächer, die Traditionen und aktuellen Entwicklungen der Geisteswissenschaften in seltener Vielfalt und Breite vertreten und transdisziplinär vernetzt. Der Fachbereich ist mit rund 7.500 Haupt- und weiteren 8.700 Nebenfachstudierenden (im Wintersemester 2011/12) der größte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und gehört damit gleichzeitig zu den größten in der Bundesrepublik. Über 350 Beschäftigte, davon mehr als 60 Professorinnen und Professoren, sowie mehrere Hundert Lehrbeauftragte und wissenschaftliche Hilfskräfte bzw. Tutoren forschen und lehren in 25 Fächern, deren Spektrum von Philosophie, Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Romanistik und Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft über Slavistik, Indologie, Orientkunde, Kulturanthropologie, Theaterwissenschaft und Buchwissenschaft bis zu Allgemeine Sprachwissenschaft , Filmwissenschaft und Mediendramaturgie reicht.
An zehn Instituten und Seminaren können fünfzehn attraktive und zukunftsorientierte Bachelor- und zwölf Masterstudiengänge sowie 25 (auslaufende) Staatsexamens- und Magisterstudiengänge studiert werden. Dazu bieten Promotionsprogramme und Doktorandengruppen wie "Life-Writing", "Literary Linguistics", "Theoretische, typologische, psycho-/neurolinguistische Aspekte sprachlicher Anreicherung", "Geistes- und sozialwissenschaftliche Dimensionen des ‚Cognitive Enhancement‘" oder das Internationale Promotionsprogramm "Performance and Media Studies" sowie das Deutsch-französische Doktorandenkolleg Mainz-Dijon und andere mehr eine hochqualifizierte Betreuung junger geisteswissenschaftlicher Forscherinnen und Forscher.
Nationale und internationale Beachtung findet der Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz, der die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen der rasanten Medienevolution, ihre kulturellen Potenziale und kreativen Möglichkeiten kritisch erfasst und wissenschaftlich aufarbeitet, sowie der Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Vernetzung der historisch arbeitenden Kultur- und Geisteswissenschaften auf dem Fundament avancierter methodischer und theoretischer Reflexion zu vernetzen. Darüber hinaus tragen das Forschungszentrum SOCUM (Sozial- und Kulturwissenschaften Mainz), das EU-geförderte Forschungsprojekt ELDIA (European Language Diversity for All), die BMBF-geförderten Projekte Cognitive Enhancement und VERE (Virtual Embodiment and Robotic Re-Embodiment) sowie weitere vielfältige, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und anderen Gesellschaften und Stiftungen geförderte Projekte zum Forschungsprofil bei.
Der Fachbereich 05 profiliert sich zudem als internationaler Fachbereich. Davon zeugen seine zahlreichen internationalen Kooperationen in Forschung und Lehre mit beinahe allen europäischen Staaten - etwa der integrierte Studiengang Mainz-Dijon/Frankreich oder das in der Bundesrepublik einmalige Polonicum -, aber auch die Kooperationen mit zahlreichen Ländern der Welt wie mit den USA, Kanada, Russland, Japan, China, Südkorea, Nepal oder Äthiopien. Dieser lebendige internationale Austausch zeigt sich im überdurchschnittlich hohen Anteil ausländischer Studierender (12,5 %) und Wissenschaftler (15,6 %) am Fachbereich.